Vieles kann und muss und soll man bei seiner Urlaubsplanung berücksichtigen. Der Wunschtermin will mit Arbeitskollegen abgeglichen sein, Familienfeste, Geburtstagsfeiern und sonstige Anlässe müssen elegant umschifft werden, die drei Wochen Ausnahmezustand anlässlich der Tour de France (die will man schliesslich gemütlich zuhause vor dem Fernsehgerät verfolgen) sollen möglichst ausserhalb der gewählten Zeitspanne liegen. Womit, der geneigte Radsportanhänger weiss, dass der Juli schon mal ausscheidet. So hat man schliesslich zwei Wochen im Juni des Jahres 2016 für sich abgesteckt und beginnt sich auf die Frankreichreise - denn bei uns steht das Nachbarland nach wie vor hoch im Kurs - zu freuen, doch dann verändern sich plötzlich die äusseren Umstände. Terroranschläge in Paris und jüngst erst in Brüssel, Gewerkschaftsstreiks aufgrund der geplanten Arbeitsrechtreform mit Blockaden der Raffinerien und damit verbundenen Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung, und, zu guter Letzt, auch noch die Fussballeuropameisterschaft, die im Reiseland stattfindet, ausgerechnet zum Reisetermin. Als Ballsportmuffel hatte ich das komplett ausgeblendet.   Schon läuft das Kopfkino ab: Menschenmassen mit grölenden Hitzköpfen allerorts, kein Lokal ohne Grossbildschirm, ausgebuchte Hotels, überzogene Preise, et cetera. Die Krone setzt dem Ganzen dann noch die Wetterlage auf. Vor unserer Abreise gibt es recht schlimme Unwetter mit langen Regenperioden. Flüsse treten über die Ufer. Hochwasser an der Seine, an der Loire. Was tun? Vielleicht doch wieder mal eine Radreise andenken? Und auch durchführen? Könnte man ja ganz spontan, sogar von der eigenen Haustüre aus. Doch es ist augenblicklich kein Bedürfnis danach vorhanden. Zwanzig Jahre intensives Radreisen mit zwei, manchmal drei grösseren Touren pro Jahr (insgesamt um die fünfzig) scheinen ihre Spuren hinterlassen zu haben. Wir sind diesbezüglich gesättigt. Letztendlich beschliessen wir, den ursprünglichen Plan nun doch auszuführen und nach Westen zu fahren. Mit dabei sind wieder Flitzi, das kleine Rote, und - ganz neu - Werner, die Stimme unseres Navigationsgerätes. Werner wird uns ab und zu mal bei Ortsdurchfahrten helfen oder uns die Entscheidung über eine Route abnehmen, wenn wir selber mal unschlüssig sind. Also los.  
         
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