Unsere Reiseplanung in diesem Jahr? Um Pfingsten herum wird es heuer eine etwas andere Reise geben, von der ich beizeiten berichten werde. Bis dahin dauert es allerdings noch ein Weilchen. Um uns die Wartezeit zu verkürzen, nehme ich vor Ostern eine Woche frei. Schliesslich will die Reisesaison 2019 offiziell eröffnet werden (prinzipiell ist sie ja schon mit unserem verlängerten Wochenende in Strasbourg / Nancy eingeläutet worden). Und eigentlich bin ich nach den letzten Monaten im Büro auch irgendwie urlaubsreif und brauche dringenst einen Tapetenwechsel.

An jenem verlängerten Wochenende im März also reisten wir mit der Eisenbahn von Zürich nach Strasbourg und dann eben weiter nach Nancy, und gerade der letzte Abschnitt hatte es uns angetan. Zwar zeigte sich das Vorfrühlingswetter regnerisch-trüb und recht stürmisch. Doch es hat Appetit auf die Gegenden jenseits der Vogesen geweckt - das leicht wellige Land mit ständig wechselnden interessanten Blickachsen, alles dünn besiedelt, alles wie im Dornröschenschlaf. Da ist der Mensch gleich hin und weg und träumt sich auf und davon.

Wir beschliessen nach diesem Kurztrip die Osterwoche in Lothringen zu verbringen. Beginnen wollen wir am Lac de Madine, später werden wir eventuell weiter nach Norden reisen, der Meuse entlang. Oder aber die Reise eher in südwestlicher Richtung fortsetzen und ins Burgund fahren. Am Lac de Madine waren wir schon mal und kennen von damals auch ein nettes Hotel, wo wir uns erstmal für ein Wochenende einmieten. Dann sehen wir weiter. Anreisen tun wir diesmal mit dem kleinen Roten. Die Anreise wird in zwei Etappen aufgeteilt, schliesslich liegt auch noch das ein oder andere Kleinod auf dem Weg - Belfort zum Beispiel.
  Mulhouse, Besançon, Baumes-les-dames, Altkirch, Dôle, Montbeliard. Ich mag sie, die französischen Städte ennet der Grenze. Herausgeputzte und für Touristen blank gewienerte Altstadtgassen, wie man es in paar Meilen nordöstlich im Elsass findet, sind hier eher die Ausnahme denn die Regel. Man hat vielmehr das Gefühl, dass es sich um ganz "normale" französische Städte handelt, in der die Einwohner leben und arbeiten und nicht um Freiluftmuseen.

Am heutigen Freitag nehmen wir es - wie immer, wenn wir mit dem Auto verreisen - möglichst gemütlich. Hinter Basel tauchen wir ein in die Landschaft des Sundgaus, freuen uns über die allmählich sich belaubenden Büsche und Bäume, die blühenden Sträucher, das frische saftig-grüne Gras auf den Wiesen, rollen über kleine Strassen unserem Ziel entgegen.

Belfort gefällt uns dann sehr. Eine kleine Altstadt, Strassenzüge mit halbwegs mondänen Bürgerhäusern, eine Kathedrale samt geräumigen Vorplatz, etwas Springbrunnen-Dolce-Vita am Flüsschen Savoureuse, eine Fussgängerzone mit Einkaufsstrasse und natürlich die alte Festung mit dem Löwen. Kulturell tut sich auch was: Zur Zeit läuft eine (Freiluft-) Fotoausstellung, mit über die ganze Stadt verteilten Ausstellungsorten. Wenn man sich all die Gebäude so betrachtet, hat man den Eindruck, dass nur ein schmaler Grat zwischen Patina und Verfall besteht. Hoffentlich wird dieses charmante Stadtbild erhalten und muss nicht dereinst seelenlosen modernen Bauwerken Platz machen, wie wir es zuhause am eigenen Leibe erfahren.
Viel Platz vor der Kathedrale
Noch sind die Cafés leer.
Auf der Lauer...
Dabei gäbe es (weiter oben) so viele freie Stühle...
Ich sehe dich...
...
...
Foto von einem Foto...
Die etwas mondänere Seite Belforts...
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