Spanien. Und dort der Südwesten. Nicht die Mittelmeerküste, sondern das Landesinnere. Mehrere Male haben wir das in den letzten zwanzig Jahren in Erwägung gezogen, teilweise schon eine Planung ausgearbeitet, doch dann kam immer etwas dazwischen. Diesmal jedoch nicht. Diesmal steht uns nicht die Bretagne im Weg, das Loiretal lockt vielleicht erst im August, eine Velotour an Donau oder Doubs übt momentan keinen Reiz aus. Diesmal ziehen wir das Ding mit Spanien einfach durch. Und zwar so: Die Reise soll komplett auf dem Landweg mit dem öffentlichen Verkehr, also mit Bus und Bahn, absolviert werden, und gebucht/vorreserviert/geplant ist nur bis zum ersten grossen Reisehöhepunkt, der Stadt Córdoba in Andalusien, wo ein Hotelzimmer auf uns wartet. Von dort aus sehen wir weiter. Klangvolle Namen stehen im Raum: Sevilla, Salamanca, Toledo... Nun, man wird sehen.

Und so sitzt beziehungsweise steht der Mensch eine Weile im Untergrund herum und wartet auf seinen Anschluss. Wie in einer U-Bahn-Station. Nix mit Stil und Eleganz. Vorgestellt hab ich mir als Einstieg eher eine Abreise oben im Erdgeschoss, wo immer schon die Züge für die Reise in die Ferne bereitstehen, wo man die Loks streicheln kann und Nikis Engel alles überwacht. Doch für unseren Zug nach Genf müssen wir hinab ins Untergeschoss, und dort sieht alles eher steril nach Flughafen - oder eben wie eine U-Bahn-Station - aus. Spielt ja eigentlich eh keine grosse Rolle, schliesslich ist das eine halbe Stunde später schon Geschichte.

Die heutige erste Etappe führt uns nach Genf. Diese Stadt will auch einmal besucht und besichtigt werden. Kurz nach Mittag sind wir da und checken ein, machen uns frisch und anschliessend auf den Weg. Zuerst braucht der Körper Nahrung. Wie durch Zufall stolpern wir über ein spanisches Restaurant und bekommen erstklassigen Tintenfisch serviert. Wenn das mal kein gutes Omen ist. Später laufen wir in der Stadt umher, setzen über die Rhône, wandern den Hang hinauf zur Kathedrale, flanieren am Ufer des Genfer Sees. So recht warm werde ich allerdings mit der Stadt nicht. Ich weiss nicht warum, ich finde keine Argumente dafür oder dagegen. Eigentlich ist alles heiter - gerade bei dem schönen Frühlingswetter - und doch zieht mich die Stadt nicht in ihren Bann. Liegt wohl an meiner Erwartung der kommenden Erlebnisse. Ich will Genf da auch nicht Unrecht tun.
Hier wollte ich losfahren...
...nicht hier.
Blick vom Zugfenster...
...über den Genfer See.
Genf...
Altstadtszenen...
Schaufensterschönheit...
 
zurück zum Menu ¦ nach oben ¦ weiterlesen